Bützow

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Teufelssee

 


 

Am Fusse der Hohen Burg, vor dem Dörfchen Neu Schlemmin, liegt der berüchtigte Schwarze- oder Teufelssee, ein zwar nur kleines, aber fast unergründlich tiefes Wasser.

Einst eggte unfern dieses Sees ein Schlemminer Knecht den Acker seines Herren. Er hatte einen alten, mageren Gaul vor seinem Ackergerät, und die Arbeit ging schwer von statten. Und doch sollte und musste noch vor Abend das Stück Land gut und ordentlich bestellt sein, denn eher durfte der Knecht nicht wieder heimkehren. Schon nahte der Abend, aber die Arbeit war noch lange nicht vollendet.

Es mochte kaum die Hälfte fertig sein. So viel der Knecht auch fluchte und auf die alte, steife Mähre lospeitschte, sie kaum fast nicht mehr vom Flecke und fiel endlich ganz ermüdet um.

Wie tobte der Unhold da schrecklich!
Er schrie: „Hilf Teufel, Hilf eggen das Land!
Bestellst du mir`s heute, das schwör ich dir hin,
so reich ich zum Bund dir die Hand“

Kaum waren diese Worte verhallt, da kam vom nahen kleinen See ein prächtiges, kohlschwarzes Ross im laufenden Galopp dahergerannt. Mit munterem Wiehern und mutigen Fussscharren näherte es sich dem Gottlosen und liess sich geduldig aufschirren  und vor die Egge spannen. Fort ging`s nun in gewaltiger Eile, ohne Rast und Aufenthalt. Kaum war die Dämmerung angebrochen, da war auch schon der Acker auf`s Beste bestellt. Der von der schnellen Arbeit ganz erschöpfte Knecht schwang sich auf des Teufels Pferdes Rücken um nach Hause zu reiten.

Da stiess das Ross einen gellenden Ton aus, sprang in gewaltigen Sätzen davon und stürmte dem See zu. Kein Schreien und kein Fluchen und Schlagen half dem armen Wicht. Er war in des Teufels Gewalt, und augenblicklich waren Reiter, Ross und Egge in der Tiefe des Sees verschwunden.

Dort haust nun der Knecht und lässt am Johannestage seine jämmerlichen Klagerufe ertönen. Die Egge aber schwimmt dann auf der Oberfläche des Sees umher.