Bützow

Steintanz

Bützower See

Gänsekrieg

Hopfenwall

Kirchplatz

Teufelssee

 

 

 

Zu den seit alters her überlieferten Rechten der Bützower gehörte es, dass sie ihre Gänse frei umherlaufen lassen konnten. Das hatte Vorteile! Das auf den Straßen reichlich wachsende Gras wurde kurz gehalten; die Futterkosten fielen günstig aus.

Umso größer war die Empörung als der Magistrat zur Weihnachtszeit des Jahres 1794 die Gänse von den Straßen verbannte. Amtliche Begründung: Die Tiere fräßen im Winter mangels Gras das Stroh ab, mit dem Pumpen und Brunnen vor dem Frost geschützt wurden.

Ob solchen Eingriffs in das Leben erhob sich sogleich der Geist des Aufruhrs unter der Bürgerschaft. Das Gebot der Obrigkeit wurde missachtet, die Gänse weiter auf der Straße gehütet!

Die Situation eskalierte, als der Rat die Vögel am 28. Dezember 1794 arretieren ließ. Eine Demonstration zog vors Gänse-Verlies; 800 Bützower forderten die Entlassung ihrer Haustiere. Es lebe die "Gänsefreiheit", riefen die Protestierenden.

Die Regierung entsandte sofort eine Truppe von einem Unteroffizier und acht Husaren, um eine Ausweitung der Revolte zu unterbinden. 

Zugleich wurde eine Untersuchung eingeleitet; in deren Folge gegen den angeblichen Rädelsführer, einen Schneidermeister Schmidt, ein halbes Jahr Zuchthaus verhängt wurde. 

Die anderen Teilnehmer des Aufstandes wurden zu mehreren Wochen Gefängnis bei Wasser und Brot sowie Schadenersatz und Geldstrafen verurteilt.
Heute erinnern sich die Bützower stolz des revolutionären Elans ihrer Vorfahren. Alljährlich wird des "Gänsekrieges" im Sommer mit einem bunten Volksfest feierlich gedacht.